Hommage an den Nussstrudel

Ja, ich bin süchtig. Nach Nussstrudel. Aber nicht nach irgendeinem. Nach Omas Nussstrudel. Auch wenn der Germteig absolut genial ist, so wie bei Oma wird’s halt nie.

Um aber zu verstehen, warum ich mit Gebäck so viel verbinde, muss man meine Familie kennen. Ich komme aus dem tiefsten Weinviertel und wie der Name schon sagt, gibt’s in fast jedem Dorf eine Kellergasse. Dort hat so ziemlich jeder einen Weingarten/keller (auch bekannt als Wengat. Oder so.). So auch mein Opa. Und seit ich denken kann, trifft man sich dann im Herbst mit der ganzen Familie zum gemeinsamen Lesen. Das ist zwar jetzt vorbei, da der Weingarten seit Frühling verpachtet ist, aber egal. In diesem Weingarten stehen aber auch Nussbäume, was den Strudel noch persönlicher macht. Wenn sich jetzt also die ganze Familie (und Freunde) trifft, gibt es natürlich viele hungrige Münder zu stopfen. Und da kommt jetzt der Nussstrudel ins Spiel. Es gibt zwar natürlich auch deftiges wie Kümmelbraten und Grammelschmalz (was ich beides aus persönlichen Gründen absolut ekelhaft finde), aber eben auch Süßes. Nämlich Nuss- und Mohnstrudel. Ich kann mich noch gut erinnern, als ich als kleines Mädchen in das Presshaus geschlichen bin, um mir eine Scheibe von diesem wahnsinnig saftigen Strudel zu stibitzen….

Inzwischen helfe ich meiner Oma beim Germteig und beim Strudelrollen. Aber es ist immernoch ein besonderer Anblick für mich, wenn diese 2 großen Kenwood-Rührschüsseln auf der Heizung stehen, so stark aufgegangen, dass der Teig den Deckel 5cm hochhebt…. Vielleicht im nachhinein einer der Gründe, warum ich ein totaler Fan von Germteig bin.

Jetzt will ich euch das Rezept auch nicht vorenthalten. Der Germteig ist nicht zu süß, super fluffig und leicht zu verarbeiten.

  • 250ml Milch
  • 50g Zucker

erwärmen, das ganze sollte etwas wärmer als handwarm sein

  • 1/2 Würfel Germ

hineinbröseln

  • 500g Mehl

in eine Germteigschüssel wiegen. Jetzt kommt der Trick. In das sogenannte „Dampfl“ (die Gärprobe) kommen noch 2El vom Mehl. Dadurch geht die Germ viel besser auf. Dampfl stehen lassen, bis es aufgegangen ist.

  • 1 Ei
  • 62g geschmolzene Butter/Margarine (ich nehme die flüssige Rama Culinesse)

und das Dampfl in das Mehl rühren. Zuerst mit einem Löffel und dann mit den Händen unterkneten. Irgendwann löst sich dann der Teig von der Schüssel und von den Händen. Dann gebe ich ihn auf eine (nicht bemehlte) Arbeitsfläche und knete ihn noch etwa 5 Minuten. Je länger, desto besser. Das geht auch in der Küchenmaschine (deshalb auch die Kenwood-Schüsseln). Dann bestenfalls etwa 1 1/2 Stunden gehen lassen (mindestens bis der Deckel der Germteigschüssel einmal knallt ;-)) Dann einfach in die gewünschte Form bringen, mit oder ohne Füllung und je nach Größe 15-20 min bei 180° Ober/Unter backen

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2 Gedanken zu “Hommage an den Nussstrudel

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